Apothekergarten Wiesbaden

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Süßholzstaude
Süßholzstaude

Artemisia
Artemisia annua

Johanniskraut
Johanniskraut

Kapland-Pelargonie
Kapland-Pelargonie

  Die Rundhütte ist der zentrale Mittelpunkt des 5500 qm grossen Apothekergartens.

Vielleicht werfen Sie einen Blick auf die Vitrine unter der Rundhütte. Diese wurde von der Firma Weleda, Schwäbisch Gemünd, gestiftet. Hier wird jedes Jahr mit wechselnden Dekorationen eine Heilpflanze ausgestellt, 2003 war es der Weissdorn, 2002 die Mistel. Immer handelt es sich dabei um Heilpflanzen, deren Wirksamkeit nach dem heutigen Stand der Wissenschaft belegt ist (evidence based medicine).

Neben der Rundhütte fällt ein nierenförmiges Sonderbeet auf. Dort wachsen Pflanzen von jeweils aktueller Bedeutung, zurzeit sind es:

  • die Süßholzstaude, aus deren Wurzelstock man die allseits bekannte Lakritze herstellt,
  • das Kraut der chinesischen Malariapflanze Artemisia annua, auch Chinesischer Beifuß genannt,
  • der Indische Basilicum, auch Tulsi genannt, eine heilige Pflanze bei den Hindus,
  • das Johanniskraut, eine Heilpflanze von herausragender Bedeutung bei Depressionen.
  • der Granatapfelstrauch, dessen Rinde ein alt bekanntes Bandwurmmittel ist, aber heute wegen Nebenwirkungen nicht mehr verwendet wird.
  • die Kapland-Pelargonie (Umckaloabo�). Extrakte der Wurzel werden bei akuten und chronischen Infektionen insbesondere der Atemwege und im Hals-Nasen-Ohren-Bereich eingesetzt.
  • die Graubehaarte Zistrose. Traditionell wird der Teeaufguss zum Sp�len bei Entz�ndungen im Mund- und Rachenraum verwendet.
  • der Lorbeer. Lorbeerbl�tter und Fr�chte des Lorbeerbaums werden nicht mehr arzneilich verwendet.
  • der �lbaum. Das �l der Fr�chte findet breite Verwendung als Arzneitr�ger f�r �lige L�sungen, in Salben sowie in Hautpflegemitteln. Arzneiliche Verwendungen wie blutdruck- und cholesterinsenkende Wirkungen sind nur aus der traditionellen Medizin bekannt.
  • die Schokoladenblume als Zierpflanze im Apothekergarten. Die Bl�ten duften nach Schokolade bei Sonnenbestrahlung.

Die Bedeutung der Süßholzwurzel wächst ständig. Seit langen sind die magenschleimhautschützende, die sekretlösende und abhustende (expektorierende) Wirkung bei fest sitzendem Husten bekannt.
Man weiß inzwischen, dass die Wirkstoffe der Süßholzwurzel virushemmende Eigenschaften haben. Es laufen Studien zur Anwendung bei Aids und Hepatitis.
Bluthochdruckpatienten sollten keine süßholzhaltigen Präparate zu sich nehmen, dies gilt auch für Lakritze. Durch längerfristige Einnahme von Süßholzpräparaten kann sich auch bei gesunden Personen ein Bluthochdruck entwickeln.

Das Kraut der Artemisia annua (in China Qinghao genannt) wird seit etwa 2000 Jahren in China als Fieber- und Malariamittel verwendet. Während der Kulturrevolution begann eine systematische Überprüfung alter Schriften über Pflanzenheilkunde. Dabei entdeckte man, dass ein Extrakt aus Artemisia annua nicht nur schnell Fieber senken konnte, sondern auch Malariaparasiten wirksam abtötete. Die erste klinische Studie an 12 chinesischen Krankenhäusern an 2099 Patienten im Jahre 1973 bestätigte diese jahrtausendalten Erkenntnisse.

Bei uns in Deutschland gibt es ein Medikament (Riamet), das neben dem Hauptwirkstoff Artemisinin der Artemisia annua noch einen weiteren, jedoch synthetischen Antimalariawirkstoff enthält. Artemisinin zeigt im Vergleich zu anderen Antimalariamitteln nur wenig Nebenwirkungen und wird auch erfolgreich eingesetzt gegen chloroquinresistente Plasmodien. Es kommt zu einer selektiven Aufnahme des Artemisinins in die von Malariaerregern befallenen Erythrozyten (rote Blutkörperchen). Im Gegensatz zu den nicht infizierten Erythrozyten wird Artemisinin durch infizierte Erythrozyten in mehr als 100facher Konzentration aufgenommen. Artemisinin ist dadurch in der Lage, die im Blut befindlichen Parasiten zuverlässig abzutöten

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