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Gottesgnadenkraut
Gottesgnadenkraut
  Aus der Volksmedizin werden uns zahlreiche Heilpflanzen überliefert. Aber nur bei wenigen gibt es nach dem heutigen Stand der Wissenschaft ausreichendes Erkenntnismaterial. Wie bei den meisten Arzneipflanzen gilt auch hier, dass nicht ein einzelner Wirkstoff, sondern der standardisierte Gesamtextrakt Träger der Wirkung ist. In der Regel ist die Wirkung erst nach längerer Einnahmedauer zu erwarten. Fertigpräparate sollten wegen der gleichbleibenden Qualität bevorzugt werden. Tee-Auszüge sind unsicher.

Es kommen nur leichte Formen von Frauenkrankheiten in Betracht (wie z. B. Befindlichkeitsstörungen in den Wechseljahren). Aber von Selbstbehandlung wird abgeraten.

  • Gottesgnadenkraut war früher hochgeschätzt als drastisches Abführmittel und Wurmmittel, wurde aber auch zum Schwangerschaftsabbruch verwendet. Diese Pflanze ist giftig wegen ihres hohen Gehaltes an Cucurbitacinen und darf heute nicht mehr angewendet werden.

Gänsefingerkraut
Gänsefingerkraut

 
  • Gänsefingerkraut wirkt leicht krampflösend auf den Uterus. Ärztliche Erfahrungsberichte liegen vor. Ergebnisse werden aber kontrovers beurteilt. Heute von untergeordneter Bedeutung.

Mönchspfeffer
Mönchspfeffer

 
  • Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus L.). Ein zwei bis drei Meter hoher, aromatisch duftender Strauch findet Anwendung bei prämenstruellen Beschwerden und Regelanomalien, insbesondere wenn diese mit einem krankhaft erhöhten Prolaktinspiegel einhergehen. Zahlreiche Anwendungsbeobachtungen und klinische Studien sind bekannt. Die antiken Ärzte nutzten die Pflanze bereits medizinisch bei Frauenleiden. Die scharf schmeckenden Samen verwendeten Mönche als pfefferähnliches Gewürz in der Klosterküche. Daher auch der Name „Mönchspfeffer“.

Traubensilberkerze
Traubensilberkerze

 
  • Traubensilberkerze, auch Wanzenkraut genannt, ist die meistgebrauchte Heilpflanze (Extrakt des Wurzelstocks von Cimicifuga racemosa) bei Schlafstörungen, bei Beschwerden der Wechseljahre, wie Hitzewallungen, Schwitzen sowie bei depressiven Verstimmungen mit belegter Wirkung. Wer etwas mehr darüber wissen will: In der Fachsprache sprechen wir von einem pflanzlichen SERM, einem selektiven Estrogen-Rezeptor-Modulator. Unerwünschte Estrogeneffekte, wie z. B. Thrombose und Embolie, treten nicht auf.

  • Taubnessel als Hilfsmittel bei Regelbeschwerden und Weißfluss zusammen mit Schafgarbenkraut. Nach dem derzeitigen Stand der Wissenschaft keine belegte Wirkung.

  • Frauenmantel wird gerne kombiniert mit Gänsefingerkraut und Schafgarbenkraut als Heilpflanze bei Frauenleiden mit starker Verwurzelung in der Volksheilkunde.

Türkischer Rhabarber
Türkischer Rhabarber

 
  • Türkischer Rhabarber (Rhapontikrhabarber) ist ein pflanzliches Arzneimittel mit estrogener Wirkung, z.B. bei allgemeinen Beschwerden der Wechseljahre. Er kann der Gruppe der SERM (siehe Traubensilberkerze) zugeordnet werden.

  • Echter Steinsamen - Eine Verwandte dieser Pflanze diente den Indianern als "Pille". Es gibt nur Erfahrungsberichte zu prämenstruellen und klimakterischen Beschwerden, aber keine am Menschen bisher ausreichend belegte Wirkung.

Sojabohne
Sojabohne

 
  • Die Sojabohne und der Rotklee wurden beide auf dem Frauenbeet neu aufgenommen. Es handelt sich um Pflanzen mit hohem Isoflavongehalt. Dies sind Wirkstoffe mit östrogenähnlicher Wirkung. Ob die synthetischen Estrogene, deren Anwendung aufgrund der WHI-Studie (Abkürzung für Women‘s Health Initiative) stark eingeschränkt wurde, evtl. auch bei leichteren Wechseljahres beschwerden durch pflanzliche Estrogene ersetzbar sind, ist zurzeit sehr umstritten. Zurzeit gibt es Phytoestrogene, also pflanzliche Estrogene aus Sojabohne und Rotklee nur bei bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln des Handels, nicht in Arzneimitteln.

Mutterkraut
Mutterkraut

 
  • Mutterkraut - In verschiedenen Studien beugt das Mutterkraut Migränanfällen vor. Es entfaltet seine Wirkung jedoch nur, wenn es über einen längeren Zeitraum von mindestens 3 Monaten eingenommen wird. Zur kurzfristigen Anwendung bei Kopfschmerzen eignet es sich jedoch nicht. Besonders beliebt ist diese Heilpflanze in England. Inzwischen gibt es eine Monographie der ESCOP (eine Dachorganisation von zurzeit 13 europäischen Fachgesellschaften für Heilpflanzentherapie) über das Mutterkraut (Tanaceti Parthenii Herba / Folium).
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