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Beet 23 – Minzsammlung

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Walahfrid Strabo (27)
Hildegard v. Bingen (28)
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Pfefferminze
Pfefferminze
(Mentha piperita)
  Jener Pfad, der uns an dem Beet der wasserausschwemmenden Heilpflanzen II vorbeigeführt hat, verläuft jetzt abwärts. Rechts befindet sich die untere Rundhütte, stellenweise umgeben von der im Halbrund erstellten Trockenmauer. Wir gelangen auf der linken Seite zu den

(23) Minzen – unsere Minzsammlung im Apothekergarten –

„Nimmer fehle mir ein Vorrat gewöhnlicher Minze, so verschieden nach Sorten und Arten, nach Farben und Kräften“, sagt Walahfrid Strabo (808 - 849 n.Chr), der Abt von der Reichenau in seinem berühmten Gartengedicht, dem „Hortulus“ und er fährt fort, „wenn aber einer die Kräfte und Arten und Namen der Minze samt und sonders zu nennen vermöchte, so müsste er gleich auch wissen, wie viele Fische im Roten Meer schwimmen“.

In der Antike war die Wasserminze zusammen mit der Poleiminze wahrscheinlich Bestandteil des Einweihungstrankes (kykeon) der eleusischen Mysterien, wo man den Kult der Demeter (Fruchtbarkeitsgöttin) zelebrierte.

Die uns allen bekannte Pfefferminze (Mentha piperita) ist eine herangezüchtete Kulturform. Ausgangsarten sind die Wasserminze (Mentha aquatica L.) und die grüne Minze (Mentha x spicata L.), wobei die grüne Minze ihrerseits ein Bastard ist zwischen der Mentha longifolia (langblättrige Form) und Mentha rotundifolia (rundblättrige Form). Sie ist also ein Dreifachbastard und kann sich nur durch Kopfstecklinge vermehren. Im Laufe der Zeit ist durch Anbau und Auswahl der Pflanzen mit dem größten Gehalt an stark duftendem mentholreichen ätherischen Öl eine Pfefferminze herangezüchtet worden, die den ehemals entstandenen Bastarden nur noch wenig gleicht.

Wir möchten Ihnen hier eine kleine Auswahl von Minzenarten präsentieren, wohl wissend, dass diese nur schwer auseinander zu halten sind: Gemeinsam ist allen der 4-Kantstängel der Lippenblütler, ihr Gehalt an ätherischem Öl, an Gerbstoffen und Bitterstoffen.

  • Krauseminze
(Mentha aquatica v. crispa)
  • Kölnisch Wasser Minze
(Mentha piperita v. citrata
  • Chinesische Minze
(Mentha haptocalyx
  • Orangenminze
(Mentha piperita v. citrata)
  • Englische Pfefferminze
(Mentha piperita „Mitcham“)
  • Japanische Minze
(Mentha arvensis v. piperascens)
  • Zitronenminze
(Mentha gentilis v. citrata)
  • Grapefruitminze
(Mentha suaveolens v. crispa)
  • Marokkanische Minze
(Mentha spicata v. crispa)
  • Apfelminze
(Mentha rotundifolia Bowles)
  • Polei Minze
    (diese Minze ist wegen ihres hohen Pulegongehaltes als giftig anzusehen)
(Mentha pulegium)
  • Katzenminze
(Nepeta cataria)
  • Wald Minze
(Mentha longifolia)

Nicht alle erwähnten Minzen sind jederzeit in unserem Beet verfügbar. Es handelt sich um eine Auswahl.

Die mentholreiche japanische Minze, denken Sie dabei an das sog. Japanische Heilpflanzenöl, wird zum Teil auch in Europa angebaut. Die englische Mitcham-Minze gilt als besonders aromatisch.

„Die Blätter wider das Hauptwehe/ in der Gestalt eines Pflasters/ ober die Schläf und Stirn gelegt“, schreibt im 1. Jahrhundert n. Chr. der griechische Arzt Dioskurides. Auch heute schätzen wir das Einreiben einer kleinen Menge Minzöl bei Kopf- und Nackenschmerzen.

 

Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde“ am Institut für Geschichte der Medizin der Universität Würzburg hat die Pfefferminze zur „Arzneipflanze des Jahres 2004“ gewählt. Damit wurde eine Arzneipflanze gewählt, die tagtäglich zur Anwendung kommt.
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