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Die Beete:

Beet 5 – Abführdrogen

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Rhizinus
Rizinus

Koloquinte
Koloquinte

  Auf der anderen Seite des von Ihnen beschrittenen Pfads liegt zunächst das Beet mit der Bezeichnung Verstopfung. Diese Pflanzen und Sträucher lassen sich in 3 Wirkungsgruppen einteilen:
  • Dickdarmwirksame, wie Faulbaumrinde, Medizinal-Rharbarberwurzel, Sennesblätter, Aloe-Blattextrakt, Extrakt der Kreuzdornbeeren, Entenfußwurzel und Koloquinten,
    Als drastisch wirkende Abführmittel sollten Entenfußwurzel und Koloquinten nicht mehr verwendet werden. Allerdings gibt es inzwischen für einen standardisierten und gut untersuchten Extrakt aus den Früchten der Koloquinte eine rezeptpflichtige Zulassung. Dieses Arzneimittel wird zur kurzfristigen Anwendung bei Obstipation (Verstopfung) angewendet. Sennesblätter und -früchte gehören zu den verträglicheren anthrachinonhaltigen Abführdrogen.
  • Quellmittel, wie Leinsamen, Indischer Flohsamen
  • Dünndarmwirksam das Öl der kalt ausgepressten Rizinussamen.
    Zunächst kommt es zu einer brüsken Entleerung der Gallenblase, worauf verstärkte Dünndarmkontraktionen auftreten.
  • Vorsicht! die Rizinussamen sind sehr giftig.

In früheren Jahren wurden die dickdarmwirksamen pflanzlichen Drogen aus der Familie der Anthrachinone, wie Faulbaumrinde, Rhabarberwurzel, Aloeextrakt, Kreuzdornbeeren, Sennesblätter und -früchte, oft gewohnheitsmäßig eingenommen.

Dies führt zu einem Teufelskreis der Abhängigkeit. Salz (besonders Kalium) und Wasserverlust schwächen die Eigenleistung des Dickdarms von Mal zu Mal mehr und verleiten zu weiterer Einnahme der Abführmittel. Entzündungen im Darm werden verschlimmert.

Deshalb ist heute nur eine kurzfristige Anwendung dieser Drogen zulässig unter Beachtung der nicht erlaubten Anwendungen auf den Beipackzetteln der Medikamente.

Quellmittel wie Leinsamen und Flohsamen sind im allgemeinen unbedenklich, sofern diese mit ausreichend Wasser eingenommen werden.

Rizinusöl dient nur als Hilfe bei akuter Verstopfung. An seine Stelle treten heute meistens synthetische Mittel wie z.B. Macrogol Lösung u.a. auf PEG-Basis.

Heute ist in breiten Bevölkerungskreisen bekannt, dass durch eine ballaststoffreiche Ernährung (Obst, Gemüse, Salate, Vollkornbrot) einer Verstopfung am besten entgegengewirkt werden kann.

Neben der als Abführdroge verwendeten Kap-Aloe oder Curacao-Aloe wurde auch die überwiegend für kosmetische Zwecke verwendete Aloe vera angepflanzt, deren botanische Bezeichnung lautet: "Aloe Barbadensis Miller". Sie ist keine Agave oder Kaktee, wie vielleicht der erste Eindruck ist, sondern ein Affodillgewächs (früher Liliengewächs).

Weltweit gibt es etwa 500 verschiedene Aloe-Arten. Für die Aloe vera Gewinnung verwendet man das aus dem Inneren der dicken, fleischigen Blätter gewonnene grüne Gel. Weiter ist sehr wichtig, dass die aus Plantagenanbau, z.B. auf den Kanarischen Inseln gewonnene Aloe-vera-Spezies (Aloe Barbadensis Miller) einen relativ geringen Aloin / Anthrachinon-Anteil enthält, da von diesem, wie bereits erwähnt, die dickdarm-erregende, abführende Wirkung ausgeht. Dieser Anteil, der sich unmittelbar unter der Blattoberfläche befindet, kann bei den heutigen Züchtungen sehr leicht vom Gel abgetrennt werden.

Kap-Aloe
Kap-Aloe
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