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Arzneipflanze des Jahres 2008: Die Rosskastanie

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Pflanze des Jahres
  Rosskastanie Aesculus hippocastanum L.

Rosskastaniengewächse (Hippocastanaceae)

Seit 1999 wählt der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Uni Würzburg eine Arzneipflanze mit besonderer Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart als Arzneipflanze des Jahres aus.

  • 1999 war es der Buchweizen
  • 2000 der Rosmarin
  • 2001 die Arnika
  • 2002 der Mäusedorn
  • 2003 die Artischocke
  • 2004 die Pfefferminze
  • 2005 der Kürbis
  • 2006 der Thymian
  • 2007 der Hopfen
  • Blätter sind leider von der Miniermotte befallen.

Der Name Aesculus wurde von Linne´ nach einer von römischen Schriftstellern als aesculus bezeichneten Eichenart geprägt. Wissenschaftlich steht fest, dass dieser Baum in Europa immer heimisch war. Zunächst als Zierbaum in Schlossgärten gezogen, war er schon im 16. Jahrhundert in Wien beliebt und heute ist er überall eingebürgert und als Schattenspender beliebt. Im Mai-Juni leuchten die aufrecht stehenden weiß-rötlichen Blütenstände, betörend duftend, in sattem Grün. Als stachelig grüne Kugeln reifen die Fruchtkapseln heran. Daraus kugeln die nussgroßen, dunkelbraun glänzenden Früchte, die in Notzeiten den Pferden gefüttert wurden.

In den Früchten sind die verschiedenen Wirkstoffe, ein Komplex aus Triterpensaponin-Glykosiden, der als Aescin bezeichnet wird. Aescin vermindert die krankhaft erhöhte Durchlässigkeit kleiner Gefäße durch Erniedrigung der im Blut von Venenkranken erhöhten Konzentration bestimmter Enzyme. Auch venentonisierende Eigenschaften, die den venösen Rückfluss fördern, wurden nachgewiesen. Man verwendet die Substanz sowie (möglichst auf Aescin eingestellte Drogenauszüge (nie den Tee!) in Fertigarzneimitteln (auch in homöopathischer Zubereitung) gegen Beschwerden bei chronischer Venenschwäche wie Schmerzen, Schweregefühl und Schwellungen in den Beinen, Krampfadern, nächtlichen Wadenkrämpfen, Juckreiz und Hämorrhoiden.

Neben dem Aescin wirken in Gesamtextrakten die Flavonoide entzündungshemmend. Die Rinde, in der Volksheilkunde früher gegen Durchfälle und Hämorrhoiden genutzt, wird heute nur noch zur Gewinnung von Aesculin herangezogen, das ebenfalls bei chronischer Veneninsuffizienz in Kombinationspräparaten zur Anwendung kommt. Wegen seiner UV-B absorbierenden Eigenschaften ist es auch in Lichtschutzsalben enthalten.

Texte über die Wirkung der Rosskastaniensamen und ihrer Saponine wurden dem Fachbuch „Das neue Handbuch der Arzneipflanzen“ von Ingrid und Peter Schönfelder entnommen.

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