Apothekergarten Wiesbaden

Willkommen Die Idee Die Lage Der Garten Die Beete Die Pflanzen Termine Sitemap

Die Pflanzen:

Arzneipflanze des Jahres 2009: Der Fenchel

Arzneiquell Pflanzen

Pflanzen von A bis Z

Färberpflanzen

Deutscher Haustee

Pflanze des Jahres
  Fenchel Man kann davon ausgehen, dass jeder zumindest dem Namen nach den Fenchel kennt. Das ätherische Öl ist verantwortlich für den so aromatischen Duft des arzneilich verwandten bitteren Fenchel. Fenchel stammt aus ökologischem Plantagenanbau. Häufig handelt es sich bei Arzneiware um Importe insbesondere aus Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Ägypten und China.

Fenchel gehört zu den alten Heilpflanzen der Klostermedizin. Walahfrid Strabo, der berühmteste Mönch, Dichter und Gelehrte des 9. Jahrhunderts von der Insel Reichenau sagt über den augenheilenden Fenchel: „Sein Same mit Milch einer Mutterziege getrunken, lockre, so sagt man, die Blähung des Magens und fördre alsbald den zaudernden Gang der lange verstopften Verdauung.“

Nach heutigem Kenntnisstand fördert Fenchel die Motilität des trägen Darms, wirkt aber auch beruhigend bei leichten krampfartigen Magen- und Darmbeschwerden, Völlegefühl und Blähungen. Von Säuglingen wird Fencheltee gut vertragen (von einem sehr geringen allergenen Risiko abgesehen.) Allerdings darf das isolierte ätherische Fenchelöl nicht bei Säuglingen und Kleinkindern angewandt werden.

Ein weiteres anerkanntes Anwendungsgebiet ist Katarrhe der oberen Luftwege. Als schleimlösender Bestandteil ist er in vielen Hustentees- und Säften enthalten. In Form von Fenchelhonig wird er gern füür Kleinkinder verwendet.

In der Volksmedizin- und Erfahrungsheilkunde wird der Tee zur Milchbildung bei stillenden Frauen empfohlen. Im Griechenland der Antike sowie in der spätägyptischen und koptischen Medizin wurde Fenchel zur Behandlung von Augenkrankheiten verwendet. Apotheker der Nachkriegsjahre (1950-1970) kennen noch die Anwendung fenchelhaltiger Augenwässer bei Ermüdungserscheinungen der Augen. Diese Wirkung konnte jedoch bisher nicht wissenschaftlich begr¨ndet werden.

Die Hauptwirkstoffe im ätherischen Öl sind Anethol und Fenchon, wobei im Öl des arzneilich verwandten bitteren Fenchels mehr Fenchon und weniger Anethol als im süßen Fenchel enthalten ist. Hinzuweisen wäre dabei auch auf den nicht ganz unbedenklichen Estragolgehalt, dessen Gehalt im Arzneibuch auf maximal 5% beschränkt wurde. Jedoch bestehen bei bestimmungsgemäßem Gebrauch von Zubereitungen aus Fenchelfrüchten, d.h. nicht mehrere Wochen oder in extremer Menge (literweise) keine gesundheitlichen Bedenken.

Teezubereitung: 1 TL. Bitterfenchel je Tasse mit kochendem Wasser übergießen, 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. 2 – 3-mal täglich 1 Tasse frisch zubereitet warm zwischen den Mahlzeiten trinken. Bei Katarrhen der Atemwege mit Honig gesüßt. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist der Tee auch zum Verdünnen von Milch und Brei geeignet (In Einzelfällen kann es zu allergischen Reaktionen der Haut und Atemwege kommen).

Verwendete Literatur: Teedrogen und Phytopharmaka 5. Auflage von Max Wichtl, Das neue Handbuch der Heilpflanzen von Schönfelder, Heilkräuter der Antike von Christian Rätsch

Seit 1999 wählt der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Uni Würzburg eine Arzneipflanze mit besonderer Bedeutung in der Vergangenheit und Gegenwart als Arzneipflanze des Jahres aus.

  • 1999 war es der Buchweizen
  • 2000 der Rosmarin
  • 2001 die Arnika
  • 2002 der Mäusedorn
  • 2003 die Artischocke
  • 2004 die Pfefferminze
  • 2005 der Kürbis
  • 2006 der Thymian
  • 2007 der Hopfen
  • 2008 die Rosskastanie
©2010   FISCHER  Websites