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Süßholz, Arzneipflanze des Jahres 2012

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Pflanze des Jahres
  Süßholz Der Studienkreis von Medizinhistorikern, Ärzten, Apothekern und Biologen an der Würzburger Universität wählte in diesem Jahr die Süßholzpflanze zur Arzneipflanze des Jahres 2012. Süßholz hat eine lange Tradition als Arzneipflanze bei Ägyptern, Griechen, Chinesen. Der griechische Militärarzt Dioskurides erkennt bereits im 1. Jahrhundert n. Chr. die Wirkung des Saftes der Wurzel als Mittel gegen die Rauigkeit der Luftröhre und als gutes Mittel bei Magenbrennen und Brustleiden. Seit Langem ist in der Volksmedizin die hustenreizlindernde, auswurffördernde und magenreizlindernde Wirkung bekannt. Bis zur Einführung der H2- und Protonenpumpen-blocker, bekannt unter dem Namen Omeprazol und Pantoprazol, waren Süßholzpräparate, wie z.B. das Carbenoxolon, Mittel der Wahl bei Magen– und Dünndarmgeschwüren.

Wirksamkeitsbestimmende Inhaltsstoffe der Süßholzwurzel sind Triterpensaponine (bis 15%) mit dem Hauptwirkstoff Glycyrrhizin sowie Flavonoide. Glycyrrhizin fördert die schnellere Abheilung von Magen– und Dünndarmgeschwüren. Es reduziert die Oberflächenspannung des Schleims und besitzt sekretolytische und expektorierende (auswurffördernde) Eigenschaften. Glycyrrhizin hat etwa die 50fache Süßkraft des Rohrzuckers. Im Verdauungstrakt wird Glycyrrhizin komplett zu Glycyrrhetinsäure hydrolysiert (gespalten) und fast vollständig aufgenommen. Glycyrrhetinsäure hemmt ein Enzym, wodurch die Ausscheidung der Corticosteroide (Cortisol und Aldosteron) verzögert und deren Verweilzeit im Körper verlängert wird. Bei längerer Anwendung (Tageshöchstdosis 5 bis 15g Süßholzwurzel entspr. 200mg bis 600mg Glycyrrhizin) ist mit Kaliumverlust, Bluthochdruck und Ödemen zu rechnen. Glycyrrhizin hat auch eine ausgeprägte antivirale Wirkung, z. B. gegen Herpes simplex Typ 1, Herpes zoster, Hepatitis A und B Viren. Arzneimittel für diesen Zweck finden in Deutschland bisher keine Anwendung.
Lakritzwaren enthalten Gemische aus dem eingedickten Wasserextrakt der Süßholzwurzel. Handelsübliche Lakritzwaren haben einen Glycyrrhizinsäuregehalt zwischen 34 und 500mg/100g. Es wurde ein Höchstgehalt von 200mg /100g festgelegt. Produkte mit höherem Gehalt sind als Starklakritze zu bezeichnen. Eine Lakritzmenge von mehr als 50g täglich kann schon zu Bluthochdruck, Ödemen und Herzbeschwerden führen. Wer ohnehin schon zu hohen Bluthochdruck hat sollte von Süßholzprodukten Abstand nehmen.

Literatur: Max Wichtl, Teedrogen und Phytopharmaka 5. Auflage

 

Arzneipflanzen der Jahre 1999 - 2012

Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg wählt jedes Jahr „die Arzneipflanze des Jahres“ aus beginnend mit dem Jahre 1999. Daneben gibt es den Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus („NHV Theophrastus“), der jedes Jahr eine bedeutsame Heilpflanze kürt.

Arzneipflanze des Jahres gemäß Studienkreis Würzburg
 
Heilpflanze des Jahres gemäß „NHV Theophrastus“ = Verein zur Förderung der naturgemäßen Heilweise nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, gen. Paracelsus e.V.
1999Buchweizen-
2000Rosmarin-
2001Arnika-
2002Mäusedorn-
2003ArtischockeSalbei
2004PfefferminzeTausendgüldenkraut
2005KürbisLein
2006ThymianZitronenmelisse
2007HopfenDuftveilchen
2008RosskastanieEchter Lavendel
2009FenchelRingelblume
2010EfeuGewürznelkenbaum
2011PassionsblumeRosmarin
2012SüßholzKoloquinte

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